Keramik

Vor gut zehn Jahren fand ich durch Zufall zur Töpferei. Seitdem habe ich mir autodidaktisch verschiedene Techniken angeeignet und bin nach wie vor mit großer Leidenschaft auf der Suche nach neuen Formen und Techniken. Ich habe mit kleineren Gefäßen, vor allem Schälchen und Schalen begonnen, Becher und Teller kamen hinzu, so dass unsere vierköpfige Familie inzwischen nahezu ausschließlich aus selbstgemachter Keramik isst. In letzter Zeit habe ich Gefallen an größeren Formen wie Vasen und Schüsseln gefunden.

Sämtliche Keramik ist hochtemperiert zu Steinzeug gebrannt, so dass alles spülmaschinen- und mikrowellenfest ist.

…und wie alles begann

2008 haben unsere Kinder, damals 5 und 7, bei einem Verwandtenbesuch in Bayern auf einem Mittelalter- und Bauernmarkt kleine Schälchen aus Ton geformt.

Wir fuhren noch am selben Tag nach Hause und die Werkstücke haben leider den Transport zurück in den Vordertaunus nicht unbeschadet überstanden.
Ich fand dann glücklicherweise bei uns am Ort ein Bastelgeschäft mit einer Mitarbeiterin, die sich gut mit Tonarbeiten auskannte, selbst einen Brennofen zu Hause hatte, und die sich unserer Tonscherben annahm.

Als wir dann ein paar Wochen später zwei kleine, hübsche Schälchen zurück bekamen, hatte ich meinen ersten Aha-Moment in Zusammenhang mit Ton. Bis dahin war dieser für mich ein völlig unbekannter Werkstoff gewesen.

An diesem Tag nahm ich noch einen Batzen Ton aus dem Bastelladen mit und fing an, mich an meinem Tisch, an dem ich sonst malte, damit auseinander zu setzen, allerdings noch meilenweit davon entfernt, etwas Nutzbares daraus herzustellen. Interessanterweise hielt meine Begeisterung trotz vieler Frustrationsmomente an. Und ich experimentierte schon ziemlich von Beginn an mit unterschiedlich farbigen Tonsorten, hellem, rotem und dunklem.

Einige Jahre und viele Erfahrungen später baute ich den mittlerweile als solchen nicht mehr gebrauchten Kinderspielraum in unserem Keller zu meiner Keramikwerkstatt aus, in der dann auch mein erster eigener Brennofen seinen Platz fand.

In der Zwischenzeit hatte ich auch Farbkörper entdeckt, mit denen sich Ton in wunderschönen zarten Blau- und Grüntönen einfärben lässt. Ich liebe diese natürlichen Farben und organischen Muster, die meine Becher und Schalen dadurch bekommen. Auch liebe ich das wunderbar samtige Gefühl, wenn man solch eine Schale, z.B. mit einem heißem Kaffee gefüllt, in den Händen hält. Deshalb ist meine Keramik auch so gut wie nie von außen glasiert.

Meine Stücke entstehen entweder in Aufbautechnik oder mit Hilfe meist selbstgegossener Gipsformen, die ich mir von Gefäßen, deren Formen mir gefallen, herstelle. Dadurch kommen die Muster außen gut zur Geltung und innen werden die Gefäße allesamt mit lebensmittelechter Steinzeugglasur von BOTZ glasiert.

Meine Keramik wird bei 1250°C gebrannt, so dass der Ton sintert und selbst dicht wird. Dadurch ist sie für Spülmaschine, Mikrowelle und für den täglichen Gebrauch für Speisen und Getränke uneingeschränkt geeignet.

Zeichnen und Malen

Da die Töpferei recht zeitaufwändig ist, komme ich in letzter Zeit nicht mehr so viel zum Malen und Zeichnen wie ich gerne würde. Aber unterwegs habe ich immer ein paar Stifte und ein Blöckchen bei mir und auch meinen Aquarellkasten vergesse ich nicht ganz.